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Kloster

Klöster mit einer schillernden Vergangenheit

„Huis op de Berg“
Wie viele andere Siedlungen entstand auch Sittard an der Kreuzung eines Wegs mit einem Wasserlauf. Aufgrund der Unberechenbarkeit des Baches siedelte man sich auf dem höher gelegenen Hang, einem „Sit(t)er(t)“ an, daher der Name Sittard.

Rund 1000 v. Chr. bestand die Siedlung Sittard aus einer befestigten, auf einem Hügel gelegenen Wohnung des Herrn von Sittard, einer Vorburg, die eigentlich ein Bauernhof war, und der Siedung selbst, mit wenigen, um die Kirche situierten Häusern. Die Wohnung des Herrn von Sittard lag an der Stelle, an der sich jetzt der älteste Teil des Klosterviertels (Kloosterquartier) am Oude Markt befindet. Wo einst das Haus des Herrn von Sittard stand, wurde später das „Huis op de Berg“ (Haus auf dem Berg) gebaut.

Kloosterkwartier
Das Klosterviertel (Kloosterkwartier) besteht eigentlich aus zwei Klöstern, dem Dominikanerkloster und dem angrenzenden Ursulinenkloster. Diese sind durch zahlreiche Erweiterungen in der Vergangenheit zu einem großen Komplex zusammengewachsen, der einen Besuch lohnt. 

Dominikanerkloster
Im Dominikanerkloster aus dem 17. Jahrhundert waren im Laufe der Jahrhunderte auch Bildungsstätten unterbracht, wie etwas das Collegium Albertinum (1632-1797) und das Aloysiuscollege (1851-1900). Beide Bildungsstätten genossen eine große Bekanntheit. Die Geschichte der Bebauung dieser Stelle am Oude Markt reicht bis in das 13. Jahrhundert zurück.
Ursulinenkloster
1843 siedelten die Ursulinen sich im Huis op de Berg am Oude Markt an, das aus dem 17. Jahrhundert stammte. Sie gründeten eine Erziehungsanstalt für junge Mädchen aus Sittard und Umgebung. In dieser Erziehungsanstalt wurden „mit hinreichenden Fertigkeiten begabte Jungfern“ darauf vorbereitet, die „höheren Kreise des Bürgertums zu betreten“.

Die Ordensschwestern unterhielten nicht nur eine weiterführende Schule, sondern auch eine Grundschule, eine Kinderaufbewahrung und sogar eine Näh-, Strick- und Stopfschule. Mit ihrem Schulunterricht spielten die Ursulinen während über hundert Jahren eine wichtige Rolle bei der Frauenemanzipation in der Region. Sie standen u.a. an der Wiege der mittleren Mädchenschule (MMS) und realisierten 1949 ein anerkanntes altsprachliches Gymnasium, mit dem sie den Mädchen aus der Region die Tür zum wissenschaftlichen Unterricht öffneten. Außerdem gründeten sie von ihrem Kloster am Oude Markt aus unter anderem Klöstern in London, Batavia und Südafrika. Die Stelle, an der sie sich Mitte des 19. Jahrhunderts in Sittard niederließen, hat eine Bebauungsgeschichte, die bis in das 11. Jahrhundert zurückreicht.

Zukunft Kloosterkwartier

Zukunft Kloosterkwartier
Das Ensemble aus sieben Reichsdenkmälern erhält jetzt einen gänzlich neuen Verwendungszweck, u.a. luxuriöse Appartements, ein Vier-Sterne-Hotel, anspruchsvolle Gastronomie, Leisure-Einrichtungen, kleine exklusive Geschäfte und attraktive Büroeinheiten. Respekt für die Vergangenheit wird dabei in Kraft für die Zukunft umgewandelt.

Schussfelder

Im Mittelalter befand sich rund um die Wälle der Festungsstadt Sittard das Schussfeld: eine freie Fläche, die der Artillerie bei drohenden Angriffen freie Sicht rundum die Stadt bot. Daher war Bebauung in diesem Bereich verboten. Nach der Verwüstung Sittards im Jahr 1677 wurden in den Schussfeldern Volksgärten angelegt. Später wurde in dem Gebiet auch gebaut. Inzwischen hat man die meisten Gebäude wieder abgerissen, um die historische Situation teils wiederherzustellen. Heute bilden die Schussfelder einen parkähnlichen Saum rundum die historische Altstadt. Von hier aus hat man eine gute Aussicht über den Stadtwall und die Altstadt mit ihren schönen Kirchen, Klöstern und weiteren historischen Gebäuden.

Kloster Abshoven

Das Kloster Abshoven wurde 1715 ursprünglich als Gutshof gebaut. Die umliegende Ansiedlung erhielt ebenfalls den Namen Abshoven. Anfang des 20. Jahrhunderts wuchs der Abteigutshof zu einem vollwertigen Kloster heran. Ab 1901 diente das markante Gebäude als Schwesternkloster, in dem sich auch ein Kinderheim, Huize Abshoven, befand. 1995 brach in dem zu diesem Zeitpunkt schon länger leerstehenden Gebäude Feuer aus. Nach diesem Brand verfiel der Komplex. Inzwischen sind Kapelle und Kloster von außen jedoch komplett restauriert worden. Seit Juni 2014 ist wieder Leben in dieses wunderschöne historische Gebäude zurückgekehrt und wurde die Klosterkirche auf stilvolle Weise zur Brasserie Abshaove umgewandelt.
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